Isabel Meili über Ihr Erlebnis als Newcomerin bei STAND UP!

Newcomer Isabel Meili Stand Up Comedy

Vor rund 10 Jahren bin ich aus dem Aargau ausgewandert – das werden die meisten von euch verstehen – und dahin gezogen, wo die Menschen gerne Schnitzel essen, sich öfters mal zu lange im Keller aufhalten – ja, dieser Witz ist unterirdisch – und drei Jahreszeiten brauchen um einen neuen Bundespräsidenten zu wählen. Österreich. Nach Wien, um genau zu sein.
Dort habe ich eine Schauspielausbildung absolviert, ein paar Jahre auf dem Beruf gearbeitet, bis die Ärzte letzten Februar ein Ödem auf meinen Stimmbändern entdeckt haben und ich dadurch nur noch ganz wenig bis gar nicht mehr reden durfte. Das war´s dann erstmal mit meiner Karriere und was mit einer Frau passiert, wenn man ihr sagt, sie sollte weniger bis gar nicht mehr reden, kann man sich ja denken.
Sie schreibt darüber ein Comedy-Programm.
Irgendwie habe ich in dieser Zeit zwar meine Stimme verloren aber meine Eier gefunden. Endlich habe ich den Mumm das zu machen, was ich machen wollte, seitdem ich ein kleines Mädchen war, mich aber nie getraut habe:
Stand-up Comedy.
Sich einfach hinstellen und die Menschen zum Lachen bringen. Friss oder stirb. Ohne Maske. Ohne Kostümierung. Ohne Inszenierung. Wenn es nicht funktioniert, kann ich niemandem die Schuld dafür geben; keinem Regisseur, keinem Lichttechniker und keinem Autor. Da ist ganz viel Ich. Meine Geschichten. Mein Humor. Entweder sie lachen oder du verhungerst da oben.
Bei den Comedy-Sets geht eine ungeschliffene Rohversion an die Öffentlichkeit, die erst mit den Publikumsreaktionen Form annimmt. Das braucht manchmal ganz schön viel Mut. Also: ausprobieren, scheitern, umformulieren, Pointen ändern, nochmals umformulieren, wieder probieren.
So habe ich angefangen auf jede Open Stage zu rennen, die Wien zu bieten hat. Wobei die Stages oftmals gar nicht open sind. Da gibt es für vermeidliche „Jeder-der-will-kann-mitmachen“-Veranstaltungen lange Bewerbungsprozeduren; von Video einreichen über Castings absolvieren bis hin zu ja-wir-nehmen-dich-mal-auf-unsere-Warteliste-und-melden-uns-im-Frühling-2018-nochmals-Antworten.
Und gerne ziehen die Veranstalter dann die eh schon bekannten Comedians den Neulingen vor. Irgendwie gar nicht so einfach da mal reinzukommen. Vielleicht sollte ich es auch ausserhalb von Wien probieren?
Also habe ich mein Set im September bei einer Open Stage in Zürich auf Schweizerdeutsch ausprobiert. Ich wollte mal sehn, ob mein, mittlerweile derber Wiener-Schmäh, auch für SchweizerInnen lustig ist.
Zwei Tage später hatte ich einen Anruf von der Agentur Hauskrieg, ob ich Lust hätte im Bernhard Theater aufzutreten. Und wie ich Lust habe!
Äusserlich habe ich mich während des Telefonats relativ cool gegeben, innerlich bin ich so peinlich ausgeflippt wie eine 15-jährige DSDS-Kandidatin die erfährt, dass sie im Recall ist.
Ich hatte zwar ein wenig Bammel aber meine innere Wienerin flüsterte: „Geh bitte, is doch Wuascht, mehr ois blamiern konnst di ned, moch afoch!“. Also habe ich zugesagt und durfte an diesem Abend mit den Grossen mitspielen.
Die Crew war extrem nett und bestens organisiert und die Stimmung unter den Künstlern war sehr angenehm. Das Publikum war super gut drauf und ich hatte unglaublich viel Spaß an diesem Abend.
Die STAND UP! Comedy Show ist eine wirklich geniale Nachwuchsförderung und ein super lässiges Konzept. Ich bin sehr dankbar, ein Teil dieser tollen Show gewesen zu sein. Danke, ihr Lieben!

Und nun werde ich weiter ausprobieren, scheitern, umformulieren, Pointen
ändern, nochmals umformulieren und wieder probieren.

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